Das Produkt: Tradition

Die Sila-Kartoffel wird für ihre ausgezeichneten kulinarischen Qualitäten geschätzt. Insbesondere im Hinblick auf das Frittieren, weil die Knollen einen hohen Gehalt an Trockensubstanz aufweisen. Genau wegen dieses Aspekts wurde eine Analyse zur Vielfältigkeit der Agria durchgeführt, welche Proben aus anderen Anbaugebieten vergleicht. Die Ergebnisse haben ergeben, dass die am Sila-Plateau kultivierte Kartoffel eine höhere Trockenmasse besitzt. Dadurch eignet sie sich besser zum Ausbacken in Öl und das typische Aroma der Kartoffel wird stärker ausgeprägt. Die Sila-Kartoffel wird als hochwertiges Qualitätsprodukt von der ansässigen Bevölkerung rund um das Sila-Plateau angesehen (Cosenza – Crotone – Catanzaro - Sibari Ebene), welche die Kartoffel traditionellerweise direkt von den Herstellern beziehen. Besonders beliebt ist die Kartoffel auch auf den Märkten von Sizilien, Apulien und Kampanien, wo enge Handelsbeziehungen seit den 50er Jahren besonders während der Erntezeit bestehen. Durch die Möglichkeit der langen Aufbewahrung und der organoleptischen Eigenschaften wird die Sila-Kartoffel auch historisch besonders in den Wintermonaten verzehrt. Der gute Ruf, den die Patata della Sila genießt, verdankt sie auch dem enormen Erfolg verschiedener thematischer Veranstaltungen und Festivals, welche eine Vielzahl an Besuchern aus umliegenden Regionen anziehen. Diese Ereignisse, die aus wirtschaftlicher Sicht eine grundlegende Einkommensquelle für lokale Anbieter und gleichzeitig Produzenten darstellen, garantieren eine stabile Ansiedlung von Kleinunternehmen und Menschen auf dem Plateau, so dass dieses Gebiet zu jeder Jahreszeit belebt ist. Die kulturellen Beziehungen der Kartoffel zum Anbaugebiet werden durch die jährlichen Feste und Veranstaltungen demonstriert. Darunter fallen traditions- und qualitätsbewusste Ausstellungen: Camigliatello Silano, wo seit 1978 im Oktober das berühmte Sila-Kartoffel-Festival (Sagra della Patata della Sila) gefeiert wird, dazu gibt es auch eine Ausstellung vom Markt Patata della Sila und von Landmaschinenerzeugern. In Parenti gibt es seit 1980 jeweils am letzten Sonntag im August eine folkloristische und kulinarische Veranstaltung zu Ehren der Patata della Sila. Die kulturelle Bindung der Kartoffel drückt sich vor allem durch die breite Nutzung in vielen einfachen Rezepten der lokalen gastronomischen Tradition aus, wie "Nudeln, Kartoffeln und Eier", "Nudeln und Bratkartoffeln", "Nudeln, Kartoffeln und Zucchini", "Nudeln mit wildem Fenchel, Kartoffeln und Fleisch."

Das Produkt: Geschichte

Der Kartoffelanbau in der Sila blickt auf eine lange und gut dokumentierte Geschichte zurück. Die erste Erwähnung wird in der Chronik des Königreichs Neapel im Jahr 1811 gefunden. Im Jahr 1955 wurde das "Sila Zentrum für Anbau und Auswahl von Kartoffelsaat" (Centro Silano di Moltiplicazione e Selezione delle Patate da Seme) mit der Aufgabe der Förderung der Verbreitung von zertifiziertem Saatgut gegründet. Einige Studien in den späten 80er Jahren (1988) bestätigten, dass das Sila Plateau eine der wichtigsten Bereiche der Produktion von Pflanzkartoffeln ist, da sie das durchschnittlich höchstgelegene Anbaugebiet ist. Der Kartoffelanbau hatte schon immer eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung für das Sila Plateau. Im Laufe der Jahre haben Bauernfamilien kontinuierlich Sila-Kartoffel angebaut und obwohl die Ursprünge des Anbaus lange her sind, konnte sich die Produktion erst in den letzten Jahrzehnten positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung des Gebiets auswirken.

Das Produkt: Produktionsprozess

Der Boden und das Klima der Gegend sind für das Produkt von großer Bedeutung. Aus Sicht der Korngröße sind die silanischen Böden meist gelöst, tendenziell sandig, feinkörnig und daher sehr durchlässig und leicht zu bearbeiten, mit einem pH-Wert zwischen einer Stärke 5 und 6,5; desweiteren erreichen die Böden in einigen Bereichen einen Anteil von 10,04% an organischer Substanz und sind daher natürlich sehr fruchtbar. Nach aktuellen Studien (LULLI et al., 2002) sind diese Eigenschaften ideal für den Anbau von Kartoffeln. Aus klimatischer Sicht weist die Sila-Hochebene extrem trockene Sommer und kalte Winter auf. Die Temperaturaufzeichnungen zeigen steigende Werte in der Zeit zwischen April und Mai, was für die Aussaat ideal ist. Die Felder werden mit Quellwasser bewässert und die Behandlungen werden auf ein Minimum reduziert - im Sommer sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr ausgeprägt, im strengen Winter wird die Umwelt von den zahlreichen Schädlingen im Schnee gereinigt, parasitärer Anfall ist daher extrem selten und leicht zu kontrollieren. Das Pflanzenwachstum wird zusätzlich durch die stark schwankende Tagestemperatur begünstigt und die langen Sonnenstrahlen erlauben ein langsames und stetiges Wachstum. Dies ist für die Akkumulation von Trockenmasse und der finalen Reifung auch für die lange Lagerung eine gute Voraussetzung. Die Gegend ist außerdem von potenziellen Quellen der Luft- und Wasserverschmutzung weit entfernt - da es keine Industrien in der Gegend gibt, fehlen auch Hauptstraßen oder Autobahnen was den Verkehr von Kraftfahrzeugen sehr begrenzt. Allerdings besteht auf dem Gebiet auch eine relativ geringe Bevölkerungsdichte, die Ausbeutung der silanischen Böden ist daher extrem niedrig. Die Kartoffel ist das einzige pflanzliche Produkt, welches auf der Hochebene angebaut wird. Das Nachtschattengewächs wird mit einer Feldrotation von mindestens zwei Jahren mit Getreide oder Futterpflanzen angebaut. Aus sozialer Perspektive beschäftigt der Kartoffelanbau etwa 1200 Familien. Dieser Sektor der Produktion hat einen jährlichen Umsatz von mehr als EUR 15 Mio. brutto. Wenn man dazu jedoch alle Kosten für Transport, Ausgaben für Buchhaltung und Gehälter, Anlagen und Maschinen, Materialien, Verarbeitung, und Kraftstoffverbrauch hinzugefügt, wird eine Summe von rund EUR 500 Millionen erreicht.

Das Produkt: Kontrollen

Die Verwendung von eingetragenen Herkunftsbezeichnungen setzt ein bestimmtes Kontrollsystem voraus. Artikel 37 der EU-Verordnung 1151 vom Jahre 2012 setzt fest, dass die Regeln zur Produktspezifizierung respektiert werden müssen. Die Stellen, welche sich mit der Zertifizierung befassen, müssen mit der europäischen Norm EN 45011 oder ISO/IEC 65 (ebenso ISO 17065 ) akkreditiert sein. Jeder D.O.P. (Denominazione di Origine Protetta) und I.G.P. (Indicazione Geografica Protetta) zum Schutz zur Ursprungsbezeichnung und geographischer Angaben wird von einer einzigen Stelle kontrolliert, diese wird vom Organisationskomitee und dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft lizensiert. Die Genehmigung gilt für drei Jahre, danach muss sie erneuert werden. Das Organisationskomitee, oder falls vorhanden ein Konsortium, kann aus berechtigten Gründen die zugelassene Prüfstelle ersetzen lassen. Das Ministerium führt eine Liste der zugelassenen Kontrollstellen. Auf den D.O.P und I.G.P. Etiketten ist "Certificato da Organismo di Controllo autorizzato dal Mipaaf" (Zertifiziert durch das Kontrollorgan autorisiert vom Ministerium) anzuführen, um die Kontrollgarantie von den zuständigen Behörden anzugeben. Die Aufsicht über die Kontrollstellen erfolgt durch die Regionen und autonomen Provinzen, sowie durch das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. Jährlich liefern die Kontrollstellen Daten über die Überprüfungen von D.O.P und I.G.P. Produkten. Die Übereinstimmung des Produkts mit der Spezifikation Sila-Kartoffel wird durch ein Kontrollorgan im Sinne von Artikel 10 und 11 der Verordnung (EG) Nr. 510/2006 festgestellt. Dieses Kontrollorgan ist die Kontrollstelle ICEA - Via Nazario Sauro 2 , 40121 Bologna - Tel . +39 051.272986 - Fax +39 051.232011 - icea@icea.info.

Das Produkt: Eigenschaften

Die Patata della Sila ist ein Produkt der kalabrischen Berge - sie wird in einer unberührten Umgebung des Sila -Nationalparks auf einer Höhe von 1200m angebaut. Mit einem kalium-reichen Boden, Bewässerung aus Quellwasser und einem eigenen Mikroklima mit hohen Temperaturunterschieden, werden ihr einzigartige Eigenschaften zugefügt. Die Kartoffel wird auf der Sila-Hochebene auf über 1000m Höhe angebaut: Sie ist eine Knolle der Art Solanum Tuberosum und gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, produziert in der Vielfalt der Agria (gelblich), Desiree (rötlich) Ditta, Majestic, Marabel , Nicola. Charakterisiert ist die Patata della Sila durch die runde, rund-ovale oder lang-ovale Form, mit einer resistenten Schale, einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Stärke und festem Körper, und einem hohen Anteil an Trockensubstanz - dadurch garantiert sie einen hohen kulinarischen Wert und eignet sich besonders zum Frittieren. Diese Eigenschaften, welche auf die klimatischen Bedingungen zurückzuführen sind, machen sie auch besonders lang haltbar. Die Kartoffel wir tendenziell auf sandigem und durchlässigem Boden angebaut, dadurch ist sie leicht zu verarbeiten. Extrem trockene Sommer und kalte Winter, mit täglich großen Temperaturschwankungen und langer direkter Sonneneinstrahlung, begünstigen das stetige und langsame Wachstum. Durch diese klimatischen Bedingungen werden Schädlinge auf natürliche Weise bekämpft und die Behandlungen können auf ein Minimum reduziert werden. Zusätzlich wird die Patata della Sila dort angepflanzt, wo es keine Luft- oder Wasserverschmutzung gibt, keine Industrieanlagen vorhanden sind, Quellwasser für die Bewässerung verwendet wird und nur eine kleine Bevölkerung lebt. Das Anbaugebiet befindet sich exklusiv in den Gemeinden der Sila-Hochebene. Die Sila-Kartoffel ist im Register der Bergbauprodukte eingetragen und wird von der EU als I.G.P Produkt anerkannt.